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Heisser Transfersommer: Schweizer Spieler populär wie nie zuvor

(Bildquelle: fussballinfos)

Das Transferfenster für die Schweizer Vereine ist bis Ende Monat noch offen, die Chance, dass noch der eine oder andere Spieler einen Last-Minute-Transfer realisieren kann.

Das Transferfenster für die Schweizer Vereine bleibt noch bis Ende August geöffnet, doch eines lässt sich bereits feststellen: Der Zustrom von Schweizern in die deutsche Bundesliga ist ungebrochen hoch, aber auch andere Ligen, insbesondere die englische, interessieren sich immer mehr für unsere eidgenössischen Sportler. Die ganz grossen Summen gehen dabei erst langsam über den Tisch, denn die Schweizer Spieler werden eher als solide ausgebildete, zuverlässige Fussballer geschätzt; die ganz grossen Superstars stammen bislang noch nicht aus der Schweiz.

Fabian Schär für viel Geld von Basel nach Hoffenheim

Mit einer Ablösesumme von 4 Millionen Euro dürfte Innenverteidiger Fabian Schär in diesem Transfersommer bisher einer der teuersten Schweizer für die deutsche Bundesliga gewesen sein. Der TSG Hoffenheim holte sich den 23-jährigen ins Team, der zuvor beim FC Basel spielte und auch dem Schweizer Nationalkader angehört. Auch Nico Elvedi erzielte 4 Millionen Euro Ablöse, er wanderte vom FC Zürich zu Borussia Mönchengladbach; der starke Verteidiger ist als Captain der Schweizer U-19-Nationalmannschaft gerade einmal 18 Jahre alt.

Insgesamt zieht die Schweiz derzeit einen sehr erfolgreichen Fussballnachwuchs heran: Der U-17-Weltmeistertitel aus dem Jahr 2009 klingt noch immer nach, allein drei Spieler aus dem damaligen Kader sind aktuell in der deutschen Bundesliga aktiv. Inzwischen hat auch der Deutsche Fussball Bund das Ausbildungskonzept für Nachwuchsspieler aus der Schweiz übernommen, das spricht deutlich für die Effizienz unserer Nachwuchsförderung im Profi-Fussball.

Transfer-Roulette weiter im Gang

Doch nicht nur die ganz jungen Schweizer Fussballer machen sich auf den Weg ins Land des amtierenden Fussballweltmeisters. Auch der 26-jährige Fabian Frei, ebenfalls Schweizer Nationalspieler, liess sich vom FC Basel zum 1. FSV Mainz 05 locken, die Ablösesumme beträgt 3,6 Millionen Euro. Das letzte Wort im aktuellen Transfer-Roulette ist dabei aber noch lange nicht gesprochen, es bleiben noch ein paar Wochen, bis das Rad endgültig stoppt. Beharrlichkeit bis zum Schluss zahlt sich für die Vereine zumeist aus - und auch ein Quäntchen Glück ist im Spiel, wenn es darum geht, ein perfektes Team zu formen.

Dadurch gleicht das jährliche Transferroulette tatsächlich immer stärker dem klassischen Zeitvertreib, wie wir ihn aus den Casinos in aller Welt kennen. Ähnlich wie beim Glücksspiel ist auch hier die Spannung ungebrochen hoch, bis die Kugel auf einer Rückennummer gelandet ist. Die Schweizer Profi-Fussballer spielen dabei in ihren ausländischen Mannschaften oft eine ganz besondere Rolle, obwohl sie zumeist nicht im ganz grossen Rampenlicht stehen.

Warum sind Schweizer Fussballer in Deutschland beliebt?

Die Schweizer stellten auch vor den aktuellen Transfers den höchsten Ausländeranteil in den deutschen Fussballteams. Aktuell stehen immerhin 21 von ihnen in der 1. Deutschen Bundesliga unter Vertrag. Zum Vergleich: Brasilien ist auf höchster deutscher Fussballebene mit 13 Spielern vertreten, darauf folgt Japan mit 12 Fussballern. Eine grosse Rolle für die Beliebtheit Schweizer Ballkünstler in Deutschland spielt sicher die Sprache, denn eine einfache Kommunikation erleichtert die Zusammenarbeit doch ungemein.

Auch die Mentalität gehört neben der bereits genannten guten Ausbildung wahrscheinlich zu den wichtigsten Entscheidungskriterien, die für die Aufnahme von Schweizer Spielern sprechen: Unsere Fussballprofis gelten als bodenständig und solide Spieler, die Trainer können sich stets auf ihren Einsatz verlassen. So bilden sie eine feste Basis im Kader, die sich nach Bedarf mit weiteren Talenten und Temperamenten ausbauen lässt.

Schweizer Highlights in der Bundesliga

Aber auch die Schweiz hat ihre echten spielerischen Highlights zu bieten: Der FC Basel fährt regelmässig vielbeachtete Siege auf europäischer Ebene ein, das Ansehen der Super League wächst. Die Blicke der ausländischen Clubs richten sich daher mit wachsendem Interesse auf die Schweizer Fussballtalente. Stéphane Chapuisat bewies bei Borussia Dortmund mit insgesamt 106 Toren, dass die Schweiz auch über starke Torschützen verfügt. Einen grossen Namen haben sich auch Ciriaco Sforza bei Kaiserslautern und Alex Frei in der Dortmunder Mannschaft gemacht.

Auch Lucien Favre erwies sich als glanzvolles Aushängeschild des eidgenössischen Fussballs. Anfang 2011 startete er als Trainer bei Borussia Mönchengladbach und erarbeitete sich mit seiner Mannschaft den schon verloren geglaubten Liga-Erhalt. In der abgelaufenen Saison 14/15 erreichte Mönchengladbach sogar den dritten Tabellenplatz: ein steiler Aufstieg nach der drohenden grossen Niederlage. Auch Favre setzt für sein Team immer wieder auf Verstärkung aus dem Heimatland. Er verpflichtet regelmässig Spieler aus der eidgenössischen Super League, darunter auch den Brasilianer Raffael Caetano de Araújo.

Das Schweizer Juwel

Einen Spieler haben wir bisher noch nicht beleuchtet: Xherdan Shaqiri. Der 23-jährige geborene Kosovo-Albaner, der – wie sollte es auch anders sein – aus der Jugendarbeit des FC Basel stammt, durchlief bereits einige Stationen während seiner Profi-Laufbahn: Vom FC Basel über den FC Bayern München bis hin zu Inter Mailand spielte das Ausnahmetalent schon in vielen grossen Teams. Der neueste Transfer sendet ihn auf die Insel, denn Stoke City zahlte die wahnsinnige Ablöse von rund 17 Millionen Euro, wodurch dieser der teuerste Transfer der Schweizer Geschichte ist. Vom Spielstil passt der flinke Rechtsaussen auf jeden Fall in die britische Liga.

Aufwärtstrend auf der Beliebtheitsskala In den letzten 20 Jahren beobachten wir einen stetigen Aufwärtstrend in der internationalen Beliebtheit unserer Fussballprofis, davor spielten sie höchstens eine kleinere Nebenrolle auf dem Transfermarkt. Inzwischen haben sich insgesamt 66 Schweizer Spieler in die deutsche Bundesliga gewagt, hauptsächlich die defensiv orientierten Spieler fuhren dabei Erfolge ein. Admir Mehmedi, Josip Drmic und Haris Seferovic müssen sich derzeit noch auf ihren Posten bewähren, vielleicht folgen ihnen in den nächsten Tagen noch weitere Talente ins nördliche Nachbarland. Und nicht vergessen: Auch die Schweizer Teams arbeiten fleissig an ihren Einkäufen für die neue Saison - damit bleibt der heisse Transfersommer auch im eigenen Land weiter spannend.